Team
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Warum braucht es ein Team und Teamarbeit?
Der Einzelne addiert, das Team multipliziert.
Team:
Der Anglizismus Team (altengl.: team Familie, Gespann, Nachkommenschaft) bezeichnet einen Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer bestimmten Aufgabe oder zur Erreichung eines bestimmten Ziels:
- im Sport bezeichnet das Team entweder die Mannschaft oder die Gesamtheit von Mannschaft und begleitendem Personal wie Trainer, Techniker etc.
- in einem Unternehmen bezeichnet das Team die für einen bestimmten Zweck aus Mitarbeitern zusammengesetzte Arbeitsgruppe
(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
Nach "Mabey und Caird" werden Teams über folgende Hauptkriterien definiert:
- ein Team hat mindestens zwei Mitglieder
- die Mitglieder tragen zur Erreichung der Teamziele mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und den daraus entstehenden gegenseitigen Abhängigkeiten bei
- das Team hat eine Team-Identität, die sich von den individuellen Identitäten der Mitglieder unterscheidet
- das Team hat Kommunikationspfade sowohl innerhalb des Teams als auch zur Außenwelt entwickelt
- die Struktur des Themas ist aufgaben- und zielorientiert beschrieben
- ein Team überprüft periodisch seine Effizienz
Ein Team wird dann gebildet, wenn eine komplexe Aufgabe eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert. Teams werden dabei für unterschiedliche Zwecke und Zielsetzungen mit unterschiedlicher zeitlicher Dauer gebildet. In diesem Sinne ist ein Team eine Gruppe von Mitarbeitern, die für einen abgeschlossenen Arbeitsgang verantwortlich ist und die das Ergebnis ihrer Arbeit als Produkt oder Dienstleistung an einen internen oder externen Empfänger liefert.
Bewusste Schritte zur Teamentwicklung sind erforderlich:
- gemeinsame Teamziele festlegen
- Kernaufgaben für jeden definieren
- Know-how sichern (möglichen Lernbedarf definieren)
- sich auf Teamspielregeln einigen
- regelmäßige Kommunikation und regelmäßigen Informationsfluss (z.B. Meetings, Einzelgespräche) sicherstellen
- Steuerungsinstrumente für Teamerfolg definieren
- Vernetzung mit anderen Teams definieren (teamübergreifendes Handeln)
Wie entstehen Teams?
Die 4 Wachstumsphasen eines Teams
Zusammenarbeit, Zugehörigkeit, Gemeinsamkeit und Loyalität müssen im Laufe des Teamentstehungsprozesses entwickelt werden. Dazu braucht es 4 Phasen:
1. Orientierungsphase 2. Kampfphase 3. Organisierungsphase 4. Integrations-/ Verschmelzungsphase
Was passiert in den 4 Phasen?
1. Orientierungsphase:
In dieser Phase versuchen die Mitglieder ihre Position innerhalb der Gruppe zu finden. Jede Person hat eine eigene, fest eingefahrene Methode um Kontakte herzustellen. Diese Phase ist durch freundliche Kollegialität gekennzeichnet. Die einzelnen Personen sind damit beschäftigt, herauszufinden, wie sie von den anderen in der Gruppe gesehen werden, und welche Werte, Einstellungen, Arbeitsstile die anderen haben. Grundfragen, die jedes Teammitglied für sich klären möchte: Wie sehen mich die anderen Personen in der Gruppe? Welche Werte, Einstellungen, welchen Arbeitsstil haben die anderen?
2. Kampfphase In dieser Phase geht es um die Verteilung von Macht und Einfluss in der Gruppe und Rivalitäten unter den Teammitgliedern. Es entstehen Bündnisse. Der Teamleiter wird beäugt und bewertet. Die Gruppe muss sich entscheiden, wie sie zusammenarbeiten will. Vieles äußert sich hier eher in versteckten Andeutungen, als offen im Gespräch. Diese Phase ist notwendig, damit ein Team mit hohem Reifegrad entsteht.
3. Organisierungsphase In dieser Phase wächst das Verständnis zwischen den Mitgliedern und es bilden sich dauerhafte Spielregeln für den Umgang miteinander, für das Umgehen mit Problemen und für das Erreichen von Zielen heraus. In dieser Phase sollte die Gruppe lernen, mit Problemen kreativ, flexibel und effektiv umzugehen. In dieser Phase werden auch die einzelnen Leistungen bewusster wahrgenommen und bewertet. Es entsteht ein WIR-Gefühl.
4. Integrations-/Verschmelzungsphase Diese Phase ist gekennzeichnet durch eine gute Beziehung zwischen den Mitgliedern sowie Zwanglosigkeit und Respekt im Umgang miteinander. Von außen ist der Zusammenhalt der Gruppe bemerkbar, dennoch ist sie offen für Kontakte zu anderen Gruppen. Die Arbeit ist produktiv und zielorientiert auf Basis eines positiven Klimas.
Teamrollen
Was ein Team leisten kann, hängt in hohem Maße davon ab, wie es zusammengesetzt ist. Natürlich kann auch jede bunt zusammengewürfelte Gruppe über kurz oder lang so etwas wie ein Team werden, aber im Allgemeinen ist die Auswahl der Mitglieder eines Teams eine außerordentlich wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe.
- Dabei gibt natürlich die Aufgabe, die ein Team lösen soll, zunächst einmal vor, wer dafür überhaupt in Frage kommen kann
- Dazu muss genau geklärt werden, welche Anforderungen diese Aufgabe an die einzelnen Teammitglieder stellt (z.B. im Hinblick auf Fachwissen, Lernbereitschaft, Fähigkeit zur Selbstorganisation, Kommunikationsfähigkeiten und Persönlichkeit)
- Man sollte wissen, welche Hilfsmittel eingesetzt werden können, um das optimale Team zu bilden
- Schließlich sollte auch die „Chemie“ der Teammitglieder stimmen, d.h. die Persönlichkeit der Teammitglieder sollte beachtet werden
Belbin unterscheidet 9 Rollen, die in einem Team besetzt sein sollen: wenn der Teamkreis 9 Hauptfunktionen ausweist, bedeutet dies nicht, dass ein Team immer am besten aus 9 Mitgliedern zu bestehen hat. Die Teamgröße ist schließlich von einer ganzen Reihe anderer Gesichtspunkte abhängig.
In einem kleineren Team können mehrere dieser Aufgaben von einer einzigen Person ausgefüllt werden, sofern die Funktionsinhalte sich nicht zu sehr widersprechen. Eine Kombination zwischen dem Kreativen, mit seiner ausgesprochen jeder Hierarchie abgeneigten Einstellung, und dem an klaren und durchaus auch hierarchischen Strukturen orientierten Entscheider ist in einer Person nicht vereinbar. Je näher die Rollen im Teammanagementkreis nebeneinanderliegen, desto besser. In größeren Teams können die entsprechenden Rollen von mehreren Personen besetzt werden.
Teamrollen-Beschreibung:
- Neuerer/Erfinder:
kreativ; phantasievoll; löst schwierige Probleme
- Wegbereiter/Weichensteller:
extravertiert; begeistert; gesprächig; erforscht Möglichkeiten; entwickelt Kontakte
- Koordinator/Integrator:
reif; zuversichtlich; erklärt Ziele; bringt andere Personen zusammen und fördert die Teamdiskussion
- Macher:
herausfordernd; dynamisch; macht Druck; hat Antrieb und Mut, Hindernisse zu überwinden
- Beobachter:
meint es ernst; strategisch und urteilsfähig; sieht alle Möglichkeiten; urteilt genau
- Teamarbeiter/Mitspieler:
umgänglich; freundlich; einsichtig; zuvorkommend und diplomatisch; hört zu; baut Reibungsverluste ab
- Umsetzer:
diszipliniert; zuverlässig; hat konservative Gewohnheiten; eine Kapazität für praktische Schritte und Aktionen
- Perfektionist:
zuverlässig; gewissenhaft; ängstlich; deckt Fehler und Unterlassungen auf; liefert pünktlich
- Spezialist:
selbstbezogen; engagiert dem Fachwissen zugewandt; liefert Informationen und Wissen, das sonst kaum verfügbar ist
Kommunikation im Team
Eine reibungslose Kommunikation sorgt für den nötigen Informationsfluss im Team, verringert das Entstehen von Missverständnissen und erleichtert die Lösung von Beziehungsproblemen, deren Ursachen im sozialen Miteinander liegen. Die Leistung eines Teams hängt entscheidend von der Kommunikations- und Informationskultur ab. Nur ein Team, das offen und ehrlich miteinander umgeht, kann auf Dauer erfolgreich sein.
Gute Kommunikation braucht klare Regeln:
- zuhören und ausreden lassen
- zu seiner Meinung und Aussage stehen
- sich bewusst mit den anderen Teammitgliedern auseinandersetzen, um sie zu verstehen
- fragen statt interpretieren
- Körpersignale beachten
- Störungen ansprechen
- Wünsche/Erwartungen klar aussprechen
- Informationswege definieren
- voneinander lernen, d.h. sich mit gegensätzlichen Meinungen auseinandersetzen
- wir statt ich
- Feedbackkultur pflegen
Erfolgsfaktoren von Teams
Wenn folgende Faktoren gegeben sind, dann arbeitet das Team zielorientiert, effektiv und effizient zusammen.
Erfolgsfaktoren für Gewinnerteams:
- gemeinsame Ziele
- persönliche Ziele ergänzen sich mit Teamzielen
- Stärken und Schwächen der Teammitglieder werden als Ergänzung genutzt
- das Know-how der Einzelnen wird dem Team zur Verfügung gestellt
- gegenseitiger Respekt und Wertschätzung prägen das Miteinander
- Störungen werden angesprochen und gelöst
- die Teammitglieder sind gleichberechtigt (Zahnräder), auch wenn sie unterschiedliche Rollen haben
- es wird eine positive Teamkultur gelebt (Rituale)
- es findet regelmäßige Kommunikation statt
Literatur
- Linxweiler, Richard; Schmelcher, Jill; Witte, Marion: Die unsichtbare Kraft. Mit gelebter Unternehmenskultur zum Erfolg. Wiesbaden 2002. ISBN: 3-409-11990-6
- Belbin, R.M.: management Teams: Why They Suceed or Fail. ISBN: 0750626763
- Katzenbach, Jon R.; Smith, Douglas K.: The Wisdom of Teams. ISBN: 0060522003
Autorin
Jill Schmelcher, Beiratsvorsitzende und Gesellschafterin von Weissman & Cie.

